Über Uns
Was kann man sich schöneres vorstellen, als seine Hochzeitsreise in Afrika zu verbringen? Das haben wir 1994 in Südafrika gemacht und wir haben uns prompt den „Afrika-Reise-Rückkehr-Virus“ eingefangen. Es folgten anschließend 6 Wochen Urlaub in Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe und Südafrika. 1997 kauften wir dann ein one-way Ticket nach Namibia. Wir waren insgesamt 3 Jahre „vor Ort“ unterwegs, haben auf verschiedenen Farmen, Lodges und Camps gearbeitet und viele Länder intensiv bereist wie Namibia, Sambia, Südafrika, Mosambik, Botswana und Madagaskar.
2000 kamen wir zurück nach Deutschland und gründeten in Dresden Kalahari- Afrikanische Lebensart, 2004 dann unsere Reisefirma Kalahari – Afrika Spezial Safaris. Wir sind mehrmals in Jahr in verschiedenen Ländern unterwegs und begleiten unsere Touren ausschließlich persönlich.
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Die Kobra in der Suppenschüssel
Der nicht ganz typische Büroalltag im südlichen Afrika
Wie fast jeder Europäer hatte auch ich einen unheimlichen Respekt und echte Angst vor Schlangen. Ich weiß noch, wie wir das erste Mal 1995 nach Namibia flogen und ich eine Ansaugpumpe für Schlangengift dabei hatte, dazu noch diverse Literatur zur Identifizierung der Schlagen. Der Gedanke, einem solchen Tier zu begegnen, versetzte mich regelrecht in Panik.
Zu allem Überfluss erzählte uns unterwegs jeder Farmer natürlich seine eigenen Geschichten über diverse Schlangenerlebnisse. Mein Unbehagen wurde also immer größer. Doch während unseres gesamten ersten Urlaubs sahen wir letztendlich keine einzige Schlange.
Einige Jahre später: Wir saßen auf dem Deck der “Lianshulu Lodge” im namibischen Caprivi und genossen ganz allein die ersten Morgenstunden mit einem Kaffee in der Hand. Die Gäste befanden sich auf der morgendlichen Pirschfahrt oder schlummerten noch in ihren Betten. Aus der Küche erklang erstes Lachen und das Klirren vom Vorbereiten des Frühstücks zu uns. Die Hippos grunzten und die Elefanten nahmen ihr morgendliches Bad imKwando Fluss.
Wir liebten die Magie dieser ersten Stunden eines anbrechenden Tages, bevor uns der Lodge Alltag bis Mitternacht gefangen nahm. Diese Momente gehörten uns ganz allein mit all der Schönheit und Vollkommenheit Afrikas.
Vor erst sechs Wochen waren wir aus Sambia dorthin gekommen und arbeiteten seitdem als Junior Manager in einer der besten Luxus-Lodges im Caprivi.
Die Regenzeit setzte gerade ein. Das hieß für mich, allmorgendlich in das “Office” zu gehen und erst einmal die Büroarbeit zu erledigen. Mein Mann Kai besprach derweil mit den Angestellten den Tagesplan und ging alle anstehenden Aufgaben
durch. Unter “Büro” muss man sich eine Art Strohhaus vorstellen, das sehr einfach, aber aus wunderschönen Naturmaterialien errichtet wurde. Die Wände waren aus dickem Schilf geflochten. Ein Grasdach, ähnlich wie die Reetdächer in Norddeutschland, dienten als Wärmeund Sonnenschutz. Glasscheiben waren überflüssig. Morgens und abends gab es für etwa drei bis vier Stunden Generator- Strom, den wir für den Betrieb des Computers nutzten.
Durch die luftige und relativ offene Konstruktion fühlten sich auch Frösche, Fledermäuse, Vögel, Spinnen und Insekten in unserem Büro sehr wohl. Ich sah es immer mit einem Lächeln, wenn über dem Schreibtisch ein Frosch auf dem Regal saß und zu mir herüberschaute.
Eines Tages öffnete ich den Schreibtisch, um einen Stift aus dem Schubfach zu nehmen. In diesem Moment registrierte ich nur einen sich aufrichtenden Schatten und spürte sofort einen brennenden Schmerz in meinen Augen. “Mist” dachte ich sofort - das war eine Speikobra. Ich rannte aus dem Büro zur Toilette und spülte mir sofort die Augen mit Wasser aus. Unterwegs schrie ich den Frauen aus der Küche noch die Warnung entgegen, dass niemand ins Office gehen solle, weil sich dort eine Schlange befände. Panik und wildes Durcheinander brachen aus. Aufgeregt rannten und schnatterten alle durcheinander.
Mein rechtes Auge schwoll immer mehr zu und wurde stetig dicker. Kai eilte mit einigen Guides, die sich mit Stöcken bewaffnet hatten, herbei. Es herrschte das reinste Chaos. Ich fühlte mich wie benebelt und konnte es immer noch nicht fassen, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes einer Schlange ins Auge geblickt hatte.
Die Guides wollten das Tier natürlich erwischen - nicht zuletzt, um zu sehen, um
was für eine Art Schlange es sich handelte. Mir wollte die Idee nicht so recht gefallen. Ich hatte die Befürchtung, dass noch mehr Leute von dem verschreckten Tier angespucktwerden könnten.
Doch ich wurde sowieso auf eine Liege am Pool verfrachtet. Mein Mann versuchte eine dicke, aus trockener Milch angerührte Pampe in mein Auge zu träufeln. Die Notfall-Tropfen aus meiner Busch- Hausapotheke halfen mir, nicht wegzuklappen. Damals merkte ich nur, wie alles immer dicker wurde im meinem Gesicht und ich kaum noch etwas mitbekam. Stunden später warf ich einen Blick in den Spiegel und betrachtete ein zugeschwollenes Gesicht. Allein das schiefe Lächeln sagte mir, dass ich daswar.
Die Guides hatten die Schlange unterdessen erlegt. Wie sich herausstellte,war es eine Mosambik Speikobra. Glück gehabt! Ich war “nur” angespuckt, jedoch nicht gebissen worden. Außerdem hatte sie “nur” ein Auge erwischt. Die traurigen Überreste des Reptils wurden von unseren Lodge-eigenen Mungos hocherfreut verspeist. Nach ein paar Tagen konnte ich sogar wieder ganz normal sehen und wurde auch problemlos erkannt. Die Schlange hatte sich einen perfekten Ruhe- und Rückzugsplatz ausgesucht. Sie musste durch das Loch in die Schublade gekrochen sein. Wer weiß, welchen Frosch sie dort verspeisenwollte.
Für mich war eines klar: Büroarbeit ist einfach ungesund in Afrika. Daran habe ich mich bis heute gehalten. Und eine weitere Schlange ist mir bis jetzt nie wieder so nahe gekommen.

